Verwertung von Molke

Da beim Käse selber machen viel Molke übrig bleibt, sollte man diese auch sinnvoll verwerten.

Hier gibt es unterschiedliche Verwertungsmethoden:

  • Zu Ricotta weiterverarbeiten
  • Anstelle von Brühe zum Kochen verwenden
  • Anstelle von Milch die Molke ins Müsli geben
  • Pur trinken oder mit Früchten vermengen
  • Sich ein Schönheitsbad gönnen
  • Den Tieren zum Trinken geben
  • Den Garten damit düngen

Was ist zu beachten, wenn man nach dem Käse selber machen, Ricotta aus der Molke herstellen will?

Wenn man beim Käse selber machen Schafsmilch verwendet hat, lohnt es sich, daraus noch Ricotta zu machen. Man sollte aber schon große Mengen an Milch verarbeitet haben, denn aus 50 Liter Schafsmilch bekommt man gerade mal 3 kg Ricotta. Bei Kuh- und Ziegenmilch ist es nur die Hälfte.

Ricotta Käse selber machen
2 Ricotta Formen sind die Ausbeute aus 50 Liter Schafsmilch

Das gelingt aber nur, wenn man zuvor einen Labkäse gemacht hat. Die Molke aus Sauermilch- oder Joghurtkäse ergibt keinen Ricotta.

Ricotta ist sehr vielfältig zu verwenden, im Grunde kann man ihn als Ersatz für Käse nehmen. Man kann den Ricotta süß oder sauer machen. Dieser Käse ist streichfähig und cremig, eine richtig feste Form bekommt er nur durch sehr starkes Pressen.

  • Ricotta schmeckt eher nur nach Milch, somit kann man Ricotta sehr gut zum Backen verwenden.
  • Er eignet sich für Füllungen von Gebäck oder Ravioli.
  • Ebenfalls kann man süße Cremes daraus machen, in dem man den Ricotta süßt oder auch noch Früchte untermischt.
  • Man kann auch einen deftigen Aufstrich daraus machen, indem man den Ricotta salzt und Kräuter untermischt.
  • Ebenfalls kann man beim Ricotta-Käse selber machen, bereits beim Abfüllen Salz zugeben, damit er besser entmolkt und länger lagerfähig wird. Auf diese Weise kann man ihn auch trocknen und räuchern.

Doch wie kann man diesen Käse selber machen?

Der Ricotta ist ein Kochkäse. Der Name Ricotta stammt aus dem italienischen und bedeutet so viel wie nachgekocht.

Noch etwas Wichtiges bevor es ans Ricotta-Käse selber machen geht:

Nachdem man mit dem Käse selber machen fertig ist, bleibt die Molke übrig. Nun stellt sich einem die Frage, ob man einen süßen oder einen sauren Ricotta-Käse selber machen will.

Wenn er süß sein soll, wird direkt nach dem Käse selber machen die Molke weiter verarbeitet. Will man einen sauren Ricotta-Käse selber machen, lässt man die Molke bei Zimmertemperatur stehen. Durch den Säurewecker, der in der Milch war, säuert nun die Molke weiter. Je nach dem wie sauer der Ricotta-Käse sein soll, lässt man sie unterschiedlich lange nachsäuern. Hier spielt auch die Temperatur eine riesen Rolle. Je wärmer es ist, umso schneller und stärker säuert die Molke.

Wenn Sie rein milchsauren- oder Joghurt-Käse selber machen, eignet sich die Molke nicht, um Ricotta-Käse selber zu machen!!
Ricotta-Käse selber machen, so wird`s gemacht:
  • Die Molke unter ständigem Rühren erwärmen, bis sie leicht köchelt.
Molke kochen
Erhitzen bis die Molke flockt
  • Beim Rühren darauf achten, dass man von unten nach oben rührt, als ob man die Flüssigkeit nach oben heben wollte. Rührt man im Kreis, bildet sich ein Strudel, der die ganzen Partikel vom vorherigen Bruch in der Mitte zusammentreibt, welche dann dort am Boden anbrennen. Auch das Rühren in der Form einer 8 verhindert das Anbrennen der Molke. Das Anbrennen schadet dem Geschmack vom Ricotta.
BeimKäse selber machen immer gut rühren
Gut rühren, damit nichts anbrennt
  • Dann die Wärmezufuhr stoppen und ca. 1 Stunde stehen lassen.
  • Den Ricotta mit einer Schöpfkelle die Löcher hat, in die Formen füllen und abtropfen lassen. Verarbeitet man die Molke direkt nach dem Käse selber machen und erhitzt sie nicht zu stark, wird der Ricotta süß und cremig.
Füllen des Ricotta
Mit der Schöpfkelle den Ricotta vorsichtig abschöpfen
  • Mehr Hitze macht ihn „fester und trockener“.
  • Man kann den Ricotta auch salzen, um ihn besser lagern zu können. Dazu den Ricotta länger und stärker erwärmen, damit er fester wird. Genaue Werte sind leider nicht möglich, da durch die Milchart bedingt, sehr große Schwankungen vorhanden sind.
  • Die Käsemasse in Formen geben und so lange abtropfen lassen, bis der Molkefluss nachgelassen hat. Der Ricotta wird dann, im noch warmen Zustand, in eine Schüssel gegeben und abgewogen. Je kg Masse mit 20 g Salz vermengen und wieder in die Form geben.
  • Die Form beschweren, aber nur mit soviel Gewicht, dass kein Ricotta durch die Löcher gedrückt wird. Je länger er steht, umso höher darf das Gewicht sein. Auf diese Weise wird er „trocken und fest“.
Falsch gepresster Ricotta
Dieser Ricotta wurde nicht richtig gepresst! Dafür mit Rotschmiere gereift.
  • Aber richtig fest wird er nie, außer man presst ihn mit sehr hohem Druck. Er hat ansonsten immer eine streichbare/krümelige Konsistenz.